Umbau 1984 - Bööggenzunft

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Umbau 1984

Zunfthaus > Geschichte der Öli > Presseberichte

Fasnachtsmasken in der Mühle Bericht im Bieler Tagblatt von 6.Januar 1984
Halbzeit“ beim Umbau in der alten Öle Bözingen

Im Erdgeschoss üben Zunftmitglieder Schnitzelbänke ein, im ersten Stock sind selbsthergestellte Fasnachtsmasken eingelagert. „Allmählich nimmt die Sache Formen an“, stellt Erich Calame, Vizepräsident der Bööggenzunft, mit Befreidigung fest und denkt an die Arbeit, welche Zunftangehörige bisher beim Umbau der alten Ölmühle geleistet haben: „Jetzt ist etwa der Rohbau fertig“, erklärt Calame.

Die schwerste Arbeit ist getan: Der zwischen drei und vier Tonnen wiegende untere Mühlstein (rechts) ist aus dem Haus geschafft. An eine Gartenmauer gelehnt, wartet er auf die weitere Verwendung. Es bestehen Pläne, ihn als Brunnen zu benutzen. Die über die Schüss ragende Holzlaube wird wohl ersetzt.

Diese offene Cheminée steht dort, wo früher der Mühlstein lag. Sein Feuer vermag den grossen Eingangsraum zu erwärmen.

Blick in einen Teil des Obergeschosses.

 

Noch gibt es viel zu tun bei der stilgerechten Renovation des Gebäudes an der Solothurnstrasse 4 in Bözingen.

Die Böden brauchen einen neuen Belag, die hölzerne Laube über der Schüss muss ersetzt werden, und dann bedürfen die Aussenfassaden einer Überholung. Doch immerhin: Die letzte Weihnacht konnte die Bööggenzunft im eigenen Haus feiern – das neu erstellte offene Cheminée wärmte ganz ordentlich. Doch bevor dieser Cheminée stand, hatten die Zunftleute einige Knacknüsse zu beissen.

Calame erinnert sich: „Erst hatten wir eine rund 50 Zentimeter dicke Schuttschicht im Erdgeschoss wegzuräumen. Dabei stiessen wir auf einen Stein. Der musste natürlich weg.“ Das ist leichter gesagt als getan, denn der Stein erwies sich als ein wahres Ungetüm: Kreisrund, etwa zwei Meter hoch und 60 Zentimeter dick und zwischen drei und vier Tonnen wiegend. „Es war der untere Mühlstein, den wir da mühsam ausgegraben hatten.“ Zwei Samstage dauerte es dann noch, den Koloss aus dem Haus zu bringen – ein Tag war nötig, um den Stein hochkant aufzustellen, am nächsten Wochenende wurde er vorsichtig hinausgerollt, mit Hilfe von Keilen, zwei Winden und der Hydraulikpresse eines Baugeschäfts. Mit einem Autokran wurde er schliesslich gehoben und provisorisch an einer Gartenmauer aufgestellt.

In Fronarbeit wollen die Mitglieder der Bööggenzunft die Ölmühle restaurieren. Calame veranschlagt allein die Materialkosten auf etwa 120‘000 Franken – eine Summe, welche die Zunft irgendwie auftreiben muss. Es gab Spenden von Privaten. 8000 Franken sprach die Sektion Seeland des Heimatschutzes – das Geld wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt. Ein Kantonsbeitrag von 15‘000 Franken wird 1985 fällig: Die Ölmühle steht unter Denkmalschutz, auch ist sie auf der „Liste der international geschützten Objekte“ eingetragen. Dies hat ihren ehemals geplanten Abbruch verhindert. Die jetzige Renovation ist auch mit Auflagen verbunden. So hat die Bööggenzunft „die Gestaltung der Hauptfassade rechtzeitig mit dem Stadtbaumeister abzusprechen“ und sich von Fachleuten beraten zu lassen.

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